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Ausbildung & Pferdephysiotherapie

Unsere Pferde werden nicht als Reitpferde geboren.

Grundsätzlich sind es wir Menschen, die das Pferd reiten möchten. Der Bewegungsapparat ( Muskeln, Sehnen und Bänder ) und das Skelett eines Pferdes sind aber nicht "dazu gemacht" das Gewicht eines Reiters zu tragen.
Daher sollte ein Pferd geduldig vorbereitet und gezielt gymnastiziert werden, um die geforderten Leistungen und Lektionen als Reitpferd erbringen zu können.  Physiotherapeutische Übungen und Anwendungen helfen dabei.

  

 

Gymnastizierung - die Grundausbildung eines Pferdes

Eine gute Ausbildung hat die Verbesserung der körperlichen Fähigkeiten des Pferdes zum Ziel. Mit der Gymnastizierug werden unsere Pferde vorbereitet unser Gewicht zu tragen. Muskeln werden aufgebaut, Sehnen und Bänder gestärkt und die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit gefördert. Ist unser Pferd im Gleichgewicht und kräftig, vermag es uns auch zu tragen und dabei gesund zu bleiben - bis ins hohe Alter.

Gymnastizierung ist ein wichtiges vorbereitendes und ergänzendes Training zur Arbeit unter dem Sattel!

Gezielte Bodenarbeit unter Berücksichtigung der Biomechanik des Pferdes - stärkt die physische Kondition und fördert das Pferd psychisch, ohne es zu überfordern.

 

Überforderung führt zwangsläufig zu Widersetzlichkeit

Eine Überforderung des Pferdes ist eine physische und/oder psychische Überbelastung, die zwangsläufig zu Widersetzlichkeiten führt. Bei einer körperlichen Überbelastung hat das Pferd Schmerzen ( bspw. Muskelkater, Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen ), was bei einer dauerhaften Überbelastung dann auch zu Erkrankungen des Bewegungsapparates führt ( Sehnenentzündungen, Kissing Spines, Arthritis etc. )Auch eine geistige Überforderung kann dem Pferd gesundheitlich Schaden zu fügen, da es sich insgesamt verspannt. Diese Verspannung löst dauerhaft Schmerzen aus, da Sehnen, Muskeln und Bänder überbelastet sind, und führt auch dazu, dass das Pferd die geforderten Lektionen nicht mehr ausführen kann!!

Das Pferd verbindet Arbeit mit Schmerz, es wird freudlos, es entzieht sich, und Pferd & Reiter sind frustriert!

 

"Verständnis für das Pferd, sowie Vorgehen in kleinen Lernschritten - ohne Überforderung -, dafür mit Geduld und Einfühlungsvermögen, viel Lob, aber mitunter konsequentes Handeln sind bei der Ausbildung eines Pferdes erforderlich."

Wilfried Gehrmann in "Doppellonge eine klassische Ausbildungsmethode

 

Eindeutige Kommunikation, Geduld und Motivation sind die Schlüssel.

Es sind also - üblicherweise - 3 Gründe warum unsere Pferde nicht das tun, was wir uns wünschen:

 

 Das Pferd versteht uns nicht

Das Pferd kann nicht

Das Pferd will nicht ( mehr )

 

Letzteres fällt auch unter den Begriff Trageerschöpfung - oder Burn-out des Pferdes mit physischen Folgen und Erkrankungen.

Damit das Pferd gerne mitmacht und motiviert bleibt, muss es uns verstehen und muss in der Lage sein, die Lektionen körperlich und auch geistig ausführen zu können. Wenn ein Pferd nicht will, dann nur weil es negative Erfahrung und stetigen Schmerz erfährt, und es sich daher verweigert.

Geduld beim Erlernen von Lektionen und viel motivierendes Lob hilft dabei, dass unser Pferd verstehen lernt, was wir von ihm möchten. So kann es Übungen entspannt und locker ausgeführen und es werden dann auch die "richtigen" Muskeln trainiert. Physiotherapie und richtiges Training helfen dem Pferd die körperlichen Fähigkeiten zu erlangen und dabei gesund zu bleiben.

 

Und noch ein wichtiges Zitat zum Schluß:

"Wenn ein Reiter, aus welchen Gründen auch immer - sei es, daß es sich um ein extrem schwieriges Pferd handelt oder der Reiter in der Einwirkung noch begrenzt ist - 50 Minuten benötigt, sein Pferd durchs Genick und an den Zügel zu stellen, so wird dieses Pferd während der gesamten Zeit des Bemühens nicht über den Rücken geritten und geht größtenteils gegen die Hand.
Die Folge ist, daß das Pferd auf der Vorhand geht und falsche - das Problem zunehmend erschwerende - Muskulatur (z.B. Unterhals) entwickelt. Insgesamt wird das Pferd in dieser Zeit mehr strapaziert als richtig geritten."


Wilfried Gehrmann: Doppellonge eine klassische Ausbildungsmethode, FNbuch, FNVerlag , ISBN 978-3-88542-327-0